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Osteoporose (Knochenschwund) ... die Behandlung ist kompliziert |
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27.05.2008 |
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„Knochenschwund“ ist eine häufige Ursache von Knochenbrüchen vor allem im höheren Lebensalter. Besonders betroffen sind die über 70 jährigen Frauen. Schenkelhalsfraktur und Wirbelbrüche sind oft erste Hinweise für die Osteoporose.
Der Begriff Osteoporose kommt von den griechischen Wörtern osteon = der Knochen und poros = der Tuffstein. Die Knochenmasse nimmt ab, d.h. der natürliche Vorgang von Knochenanbau und Knochenabbau kommt aus dem Gleichgewicht und der Abbau überwiegt.
Viele Ursachen können in einen Knochenschwund münden: Hormonstörung, Bewegungsmangel (z. B. lange Bettlägerigkeit oder längerer Aufenthalt im Weltraum aufgrund der fehlenden Erdanziehung), Fehlernährung (Mangel an Vitamin D und an Calcium), Nebenwirkung von Langzeit-Medikamenten wie Cortison, bösartige Erkrankungen mit Beteiligung des Skelettes u. a. Knochenbrüche, die vor allem bei leichten oder banalen Unfällen auftreten, können auf Osteoporose hinweisen. Röntgenuntersuchungen sind geeignet, bösartige Krankheiten als Ursache aber auch Knochenschwund aus anderen Gründen zu erkennen. Vielfach werden Knochendichtemessungen durch strahlenintensive Röntgenuntersuchungen empfohlen. Sie sind in der Regel nicht erforderlich. Strahlenbelastung, Kosten und Zeit können daher oft eingespart werden. Knochenmarkuntersuchungen an einem kleinen mit der Nadel aus dem Beckenknochen zu entnehmenden Stückchen sind geeignet, sowohl Knochenmarkerkrankungen wie auch andere Ursachen von Osteoporose zu erkennen. Für die Behandlung gibt es mehrere Möglichkeiten. Keine einzelne ist voll befriedigend. Besserungen werden erreicht durch die Anwendung von Calcium und Vitamin D, sogenanntes Parathormon (ein Hormon aus der Nebenschilddrüse), neuerdings sogenannte Biphosphonate. Wachstumshormon (STH), Calcitonin, Fluoride werden kaum mehr eingesetzt, da sie die Erwartungen an den Therapieerfolg nicht erfüllt haben. Die Biphosphonate werden unterschieden nach Stickstoff- und nicht-Stickstoffhaltigen Präparaten. Die Arzneimittel DIDRONEL, BONEFOS, SKELID enthalten keinen Stickstoff. FOSAMAX, BONIVA, ACTONEL und ZOMETA enthalten Stickstoff. Die beiden Medikamentengruppen agieren unterschiedlich auf die Tätigkeit der Knochenzellen. Die Einnahme von Biphosphonaten in Tablettenform bringt eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich, die oft zum Abbruch der Behandlung durch die Patienten führen. Bei einigen gibt es Muskelschmerzen, Herzflimmern, Magenschmerzen, Geschwüre in der Speiseröhre. Bei Injektionen von Biphosphonaten kann es Fieber und grippeartige Symptome geben. Besondere Vorsicht gilt für Patienten mit Nierenkrankheiten. Eine Studie zeigte für Ibandronat (BONIVA) eine bessere Akzeptanz bei monatlicher oder einer Injektion alle drei Monate statt täglicher oder wöchentlicher Tabletteneinnahme (E.M. Lewiecki, Clin.Ther. April 2008). Eine andere Studie ergab für die Langzeitbehandlung von Frauen nach der Menopause mit Zoledronat (ZOMETA) einmal jährlich als Spritze eine günstige Wirkung und gute Toleranz (R.D.Chapurlat,Expert Opin.Drug Deliv. Mai 2008). Allerdings muss auch hierbei mit Komplikationen wie Herzflimmern (ca. 3%) gerechnet werden. Insgesamt haben die Biphosphonate die Therapiemöglichkeiten bei Osteoporose deutlich erweitert. Die Osteoporose kann von leichtem bis ausgeprägtem Knochenschwund begleitet sein. Die Behandlung ist schwierig und langwierig. Je nach Ursache muss eine Behandlungsstrategie für jeden einzelnen kranken Menschen entwickelt werden. Experten für Osteoporose sind Endokrinologen, Orthopäden, Chirurgen, Gynäkologen. Von sogenannten „alternativen“ Behandlungsformen muss gewarnt werden. Allerdings ist die vorbeugende Wirkung von ausgewogener Nahrung, körperlicher Aktivität und biomechanischer Stimulation (Vibrationstraining) nicht zu unterschätzen.
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