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Masern eine harmlose Kinderkrankheit? PDF Drucken E-Mail
14.09.2007

Ansteckung, Krankheitsbild, Komplikationen

Seit über tausend Jahren sind die Masern bekannt (der persische Arzt Rhazes beschrieb als erster die Erkrankung um 900 unserer Zeitrechnung). Francis Home konnte 1759 die Anstekkungsfähigkeit des Blutes von erkrankten Personen nachweisen. Tatsächlich handelt es sich um eine hochinfektiöse Virusinfektion.

Das Masern (Morbilli-) Virus überlebt nur kurz außerhalb des menschlichen Organismus. Eine indirekte Übertragung durch Gegenstände gibt es daher nicht oder nur extrem selten. Die Übertragung von Mensch zu Mensch geschieht durch Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen oder beim Sprechen. Die Zeit von Ansteckung bis Ausbruch der Erkrankung mit Schnupfen, Husten, Fieber und Bindehautentzündung („verrotzt, verheult, verschwollen“) beträgt durchschnittlich 9 - 11 Tage. Zwei Tage später kann man in der Mundschleimhaut weißliche Flecken  (sogenannte Koplik’sche Flecken) entdecken, 1 - 2 Tage später den charakteristischen roten Hautausschlag. Die roten Flecken beginnen fast immer hinter den Ohren und breiten sich über den Körper aus. Das Fieber kann bis auf 40° C steigen. Wasseransammlungen (Oedeme) an Händen und Füßen, Lungenent- zündungen, Hirn- und Hirnhautentzündungen (oft mit bleibenden Gesundheitsschäden wie Lähmungen Sprachstörungen usw.), schwere Ohrentzündungen und andere komplizierende bakterielle Krankheiten können bei Masern auftreten. In schweren Fällen kann Masern tödlich sein. Auch ohne Komplikationen leidet der Kranke über ein bis zwei Wochen über eine ausgeprägte Krankheitssymptomatik. Wenn auch die meisten Masernerkrankungen folgenlos überstanden werden, so sind die schweren Verläufe und Todesfälle doch alarmierend.

 

Es gibt keine spezifische Behandlung. Die oft erforderliche symptomatische Behandlung mit fiebersenkenden Mitteln kann auch mit Nebenwirkungen einhergehen. Masern sind keine „harmlose“ Kinderkrankheit sondern eine schwere Virusinfektion vor allem, wenn die körpereigene Infektabwehr geschwächt ist. Die Empfänglichkeit für die Virusinfektion besteht in jedem Lebensalter, wenn vorher keine Maserninfektion durchgemacht wurde oder wenn nicht vorher geimpft war. Nach durchgemachter Masernkrankheit besteht lebenslange Immunität.

 

Schutz bildet auch die Masernimpfung, die schon im Kindesalter durchgeführt werden soll. Warnungen vor der Impfung wegen angeblicher schwerer Nebenwirkungen und die bewusste Inkaufnahme bzw. beabsichtigte Infektion von Kindern auf sogenannten „Masern-partys“ sind unverantwortlich.

 

Wer seine Kinder liebt, lässt sie gegen Masern impfen.