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Herzkranzgefäß verstopft – was nun? Ballonkatheter oder Bypassoperation? PDF Drucken E-Mail
02.11.2007

Eine generelle Empfehlung des einen oder des anderen Verfahrens kann es nach Auswertung von wissenschaftlichen Daten über einen Zeitraum von 40 Jahren nicht geben.

Der Verschluss von Herzkranzgefäßen bedeutet Gefahr des Herzinfarkts und nachfolgend schwere Komplikationen. Wer ein solches Ereignis überlebt, hat damit noch nicht gewonnen, da die Herzleistung durch abgestorbene Teile des Herzmuskels stark geschwächt sein kann.

Wenn es gelingt, die verstopften Herzkranzgefäße rasch wieder für den Blutfluss durchgängig zu machen, kann dagegen die Herzleistung verbessert werden. Ist die Durchgängigkeit der Herzkranzgefäße nicht durch medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsel zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, den Gefäßverschluss durch Einpflanzung eines körpereigenen Blutgefäßes (z.B. Beinvene) zu umgehen bzw. zu überbrücken (Bypass).

Eine andere Technik benützt einen Katheter mit einem aufblasbaren Ballon, der durch ein blutzuführendes Gefäß geschoben werden kann und damit wie ein Rohrputzer einen Verschluss beseitigen kann (Ballonkatheter). Vorteil dieses Vorgehens ist, dass eine Operation mit Eröffnen des Brustkorbs vermieden werden kann. Welche Technik die bessere ist, blieb bisher umstritten. Zahlreiche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

 

Eine Forschergruppe hat alle verfügbaren Veröffentlichungen der letzten 40 Jahre zu diesem Thema gesichtet und eine Auswertung von 23 sorgfältig durchgeführten Studien mit insgesamt 9953 Patienten zur Frage erstellt: was ist besser? Ballonkatheter oder Bypassoperation? (wird im November in der amerikanischen wissenschaftlichen Zeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht).

 

Ergebnis ist, dass kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Behandlungen hinsichtlich der 5-Jahr Überlebenszeit insgesamt zu finden war. Dabei muss man berücksichtigen, dass einzelne Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Zu erklären ist das wohl dadurch, dass die Studien Patienten mit unterschiedlichen Risiken untersuchten und dass in der Gesamtheit der großen Patientenzahl solche Unterschiede verwischt werden. Eine generelle Empfehlung,, entweder den Ballonkatheter oder die Bypassoperation als Behandlung zu bevorzugen, kann es daher nicht geben. Die Entscheidung, das eine oder das andere Verfahren zu wählen, hängt von den Vorbedingungen des einzelnen Falles ab.