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Hilft die Akupunktur bei künstlicher Befruchtung? |
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21.04.2008 |
Erfolg der In-Vitro-Fertilisation
Über zweihunderttausend Kinder sind im Jahr 2000 weltweit dank einer künstlichen Befruchtung geboren worden. Die künstliche Befruchtung (in-vitro-Fertilisation = Be- Fruchtung des Eies im Reagenzglas) ist ein komplizierter Prozeß und benötigt etwa zwei Wochen. Er beginnt mit der Einnahme von Tabletten, um die Reifung von Eiern anzuregen.
Der Frau werden dann Eier entnommen und im Reagenzglas mit Samen befruchtet. Nach erfolgreicher Entwicklung wird das befruchtete Ei in die Gebärmutter eingepflanzt. In zahlreichen Fällen schlägt der Versuch fehl und eine erfolgreiche Schwangerschaft kommt nicht zustande. Viele Wege der unterstützenden Behandlung sind in der Vergangenheit gesucht worden, um die Erfolgsrate zu erhöhen. Neben hormonellen Behandlungen wurde unter anderem die Akupunktur als unterstützende Maßnahme erprobt. Positive Ergebnisse wurden berichtet. Eine einheitliche Empfehlung gibt es bisher nicht. Eine Arbeitsgruppe aus den Niederlanden und den U.S.A. untersuchte bisher veröffentlichte Studien und kam zum Ergebnis, dass zusammenfassend eine vorläufige Bewertung die Vermutung stützt, dass Akupunktur durchgeführt zum Zeitpunkt der Einpflanzung des befruchteten Eies (Embryo-Transfer) die Rate von Schwangerschaft und Lebendgeburt erhöht (British Medical Journal,6.Februar 2008).
Die positive Wirkung der Akupunktur könnte theoretisch auf mehreren Abläufen beruhen.
Zum Beispiel:
- Die Akupunktur könnte körpereigene Stoffe anregen, die geeignet sind, Hormone vermehrt auszuschütten, welche ihrerseits Eisprung und Fruchtbarkeit fördern.
- Die Durchblutung der Gebärmutter könnte durch Akupunktur indirekt verbessert werden.
- Die Produktion von körpereigenen sogenannten Opioiden könnte durch Akupunktur gesteigert und so Stress vermieden werden.
- Ein psychischer Effekt könnt zugrunde liegen.
Bewiesen ist keiner der angenommenen Mechanismen. Es handelt sich um hypothetische Erklärungsversuche. Auch wenn diese sogenannte Meta-Analyse für eine positive Wirkung der Akupunktur spricht, so bleiben noch Zweifel. Die Untersuchung beruht auf Veröffentlichungen verschiedenster Arbeitsgruppen bis Anfang 2007. Von 108 Veröffentlichungen wurden 101 verworfen und nur sieben zur Auswertung herangezogen, da untereinander aufgrund fehlender Datengleichheit nicht sicher verwertbar. Von den verbleibenden sieben wurden fünf Berichte zur Frage einer andauernden Schwangerschaft und drei Berichte zur Frage einer Lebendgeburt ausgewertet. Die Autoren empfehlen, weitere klinische Studien durchzuführen, um letzte Klarheit zu erreichen. Wenngleich die Ergebnisse somit nicht als sicher gelten können, stellt sich doch die Frage, ob Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, die Akupunktur als unterstützende Behandlung empfohlen werden soll. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass nachteilige Effekte der Akupunktur nicht berichtet sind. Eine mit der künstlichen Befruchtung und dem Embryo-Transfer durchgeführte Akupunktur kann wohl nicht schaden.
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