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Wurstvergiftung - BOTULISMUS JUSTINUS KERNER 1820 PDF Drucken E-Mail

Im Jahre 1820 beschrieb Justinus Kerner als erster 230 Fälle von Nahrungsmittelvergiftung durch den Genuß von Wurst. Er bezeichnete diese Erkrankung als Botulismus = Wurstvergiftung nach dem lateinischen Wort botulus = Wurst. Als Ursache sah er das „Fettgift“ an.

Justinus Kerner war 1786 in Luwigsburg geboren, lebte in Maulbronn, erlernte einen kaufmännischen Beruf und studierte ab 1804 in Tübingen Medizin. Nach einigen Tätigkeiten als Arzt bekam er im schwäbischen Weinsberg die Stelle als Oberamtsarzt. Er war sehr an wissenschaftlichen Untersuchungen interessiert und erkannte durch seine epidemiologischen Nachforschungen, dass Fälle von schwerer Nervenlähmung eine gemeinsame Ursache hatten, da sie mehrfach nach Wurstgenuß auftraten. So konnte er 230 Krankheitsfälle analysieren und dieses neue Krankheitsbild beschreiben.

Justinus Kerner war aber nicht nur Arzt sondern romantischer Dichter, der zahlreiche Gedichte und Bücher veröffentlicht hat. Durch seine Freundschaft mit anderen schwäbischen Dichtern wurde er beeinflusst und bestärkt. Schon während seines Medizinstudiums betreute er den „geistesumnachteten“ Hölderlin. Später beschäftigte er sich auch mit Parapsychologie und Magnetismus. Auf Bildungsreisen lernte er Adalbert von Chamisso in Berlin, Friedrich Schlegel in Wien und andere zeitgenössische Dichter kennen. Zusammen mit Ludwig Uhland und Gustav Schwab gab er u.a. 1812 den „Poetischen Almanach“ heraus. Er starb 1862 in Weinsberg.