Verdacht auf Krebs durch Vitamin B 12 und Folsäure Warnung vor ungezielter Einnahme von Vitamin B 12 und Folsäure
Der Mensch hat einen Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen, der durch eine normale Mischkost täglich gedeckt wird. Werden zusätzlich Vitaminpräparate eingenommen, kann es zu einer Anreicherung im Körper kommen. Das ist vor allem bei fettlöslichen Vitaminen der Fall wie z. B. Vitamin A, D und E.
Eine übermäßige Einnahme von solchen Vitaminen kann giftig wirken und schwerwiegende Krankheiten verursachen. Völlig überraschend ist eine Beobachtung, dass eine übermäßige Einnahme von Vitamin B 12 und von Folsäure mit einer höheren Krebsrate einhergehen kann.
Zwei Studien von insgesamt 6837 Patienten mit Herzkrankheiten in Norwegen hat einen solchen Zusammenhang aufgezeigt. Die Einteilung der Gruppen erfolgte in verschiedene Behandlungen :
1)Vitamin B12+Folsäure+Vitamin B6 2) Vitamin B 12 +Folsäure 3) nur Vitamin B6 und 4) Placebo (kein Wirkstoff).
Die Studien liefen von 1998 bis 2005.
Alle Patienten wurden bis 2007 nachuntersucht. 341 Patienten, die Vitamin B 12 und Folsäure regelmäßig einnahmen, erkrankten an Krebs gegenüber 288, die keine Behandlung mit Vitamin B 12 und Folsäure erhielten. Der Unterschied ist statistisch signifikant. Es handelte sich dabei vorwiegend um Lungenkrebs. Weitere Beobachtungen sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu erhärten.
Vorläufig muß jedoch dringend geraten werden, keine Behandlungen mit Vitamin B 12 und Folsäure durchzuführen, wenn kein Mangel an diesen Vitaminen vorliegt. Vitaminmangel kann bei einseitiger Ernährung ( Trennkost, einseitige Diäten) oder bestimmten Krankheiten vorliegen. Vitaminmangel lässt sich durch Blutuntersuchung leicht feststellen.
(Norwegian Vitamin Trial und Western Norway Vitamin Intervention Trial : M.Ebbing et al JAMA 2009 Nov. 18)
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