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Quelle: pixelio.de
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Ist die Vogelgrippe so gefährlich?


Die Vogelgrippe wird durch ein Grippevirus verursacht. Sie ist schon lange unter dem Namen Geflügelpest bekannt. Neu ist die Übertragbarkeit auf den Menschen. Sorgen macht die Schwere der Erkrankung insbesondere für Kleinkinder, alte Menschen, Raucher und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Wie kann man vorsorgen?

Grippe ist nicht gleich Grippe.

Was oft als Grippe bezeichnet wird, ist oft nur ein so genannter "grippaler Infekt" durch harmlose "Erkältungsviren (common cold virus)". Es handelt sich dabei um Atemwegserkrankungen, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Mit Kälte hat das nur indirekt zu tun. Bei Kälte gibt es mehr Ansammlungen von Menschen in engem Kontakt, z. B. in Bahnen, Omnibussen, Kneipen und weniger Austausch von frischer Luft. "grippale Infekte" und "Erkältungskrankheiten" gibt es also auch im Sommer allerdings aus oben genannten Gründen seltener als im Winter.

Grippeviren sind wesentlich gefährlicher, da sie nicht nur die Atemwege befallen und schwere Lungenentzündungen verursachen, sondern auch andere lebenswichtige Organe wie z.B. das Herz schädigen können. Außerdem ist die Ansteckungsfähigkeit der Grippeviren sehr hoch. Alle Grippeepidemien sind bisher von Asien ausgegangen. Auch die so genannte Spanische Grippe, die 1918 eine weltweite Epidemie auslöste mit Millionen Toten. Auch 1933 gab es eine weltweite Grippeepidemie. Ursache einer weiteren Epidemie war 1957 die "Asiatische Grippe". 1968 wurde das gefährliche "Hongkong-Virus" festgestellt. 1977 gab es eine neue weltweite Grippeepidemie.

Man kennt die Influenza (Grippe-)-Viren der Typen A, B und C.
Die Subtypen werden mit HN bezeichnet, weil Hämaglutinin (H) und Neuraminidase (N) stachelartig in der Virushülle angeordnet sind. Hämaglutinin und Neuraminidase können sich durch Mutation ändern und werden mit Zahlen nach dem Auftreten der Veränderung bezeichnet. So kommt es zu verschiedenen Kombinationen, die dann als Subtyp H1 N1 (Spanische Grippe) oder H2 N2 (Asiatische Grippe) oder H3 N2 (Hongkong-Virus) bezeichnet werden. Antigen-Shift nennt man die verschiedenen Kombinationen von H und N. Außerdem gibt es aber noch so genannte Punktmutationen. Das bezeichnet man als Antigen-Drift.

Das Influenza A Virus ist bei Vögeln endemisch, kann aber auch bei Säugetieren (Schweinen, Pferden, Katzen, Robben etc.) und beim Menschen auftreten. Die Inkubationszeit bei der Vogelgrippe ist kurz und beträgt 1-5 Tage. Es gibt leichte und schwere Verläufe. Gefährdet sind vor allem Kleinkinder, alte Menschen, Raucher und Personen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist wegen anderer Grundkrankheiten oder durch immunsuppressive Medikamente (Cortison, Cytostatika). Außer Gliederschmerzen und Fieber können Lungenentzündungen, Herzmuskelentzündungen, Hirnentzündungen auftreten. Auch Lungenembolien können Auswirkung einer echten Grippe sein.

Was macht die Vogelgrippe so gefährlich?

Die häufige Wandlung des Erregers durch verschiedene Kombinationen der Virusbestand-teile und die Neigung zu Mutationen trifft immer wieder auf eine Bevölkerung, die zwar teilweise immun gegen bestimmte Grippeviren sind, aber nicht gegen die neuen Kombinationen.

Hohe Ansteckungsfähigkeit: nur wenige Viren -theoretisch nur ein einziges- können die Erkrankung auslösen.
Das Virus hat ein großes Reservoir: nämlich viele Vogelarten, zahlreiche Säugetiere (Haus- Nutz- und Wildtiere).

Zunahme der weltweiten Mobilität: unverminderter Anstieg von Reisen insbesondere Flugreisen, globaler Warenaustausch (Nahrungsmittel, Nutztiere, Tierstreu), Tierwanderung (Vogelzug), Tierschmuggel.
Wie kann man vorsorgen?

Die Meldesysteme der Gesundheitsbehörden der Länder und der Weltgesundheitsbehörde sind in unserer Zeit sehr gut organisiert und geben frühzeitige Warnungen. Die Medien verbreiten diese Meldungen äußerst schnell, auch wenn sie manchmal zu Panikreaktionen verleiten. Die wichtigste Aufgabe der Behörden ist die Begrenzung einer örtlichen Epidemie durch frühzeitige Erkennung eines neuen Virustyps und die Verhinderung der weiteren Ausbreitung durch Absonderung von Erkrankten und Kontaktpersonen. Die Quelle der örtlichen Epidemie muss rasch gesucht und gefunden werden, um das Reservoir (Tiere) auszulöschen. Die Tatsache, dass bisher nur kleine Zahlen von Erkrankten aus Asien bekannt geworden sind, ist beruhigend. Obwohl dort oft die Menschen im ständigen engen Kontakt zu Tieren insbesondere zu Geflügel und anderen Nutztieren sind, hat es bisher keine größeren Ausbrüche durch das Vogelgrippevirus gegeben.

Die individuelle Vorsorge sollte an erster Stelle einen Kontakt mit Virusträgern vermeiden.

Die Gefahr der Infektion besteht nicht im Verspeisen von Geflügel, sondern bei der Verarbeitung von erkrankten Tieren. Reisen in Bahn und Flugzeug. Besuch von Versammlungen, Kino, Kneipen, Bällen bergen ein Risiko, wenn man auf erkrankte Personen trifft. Vorsicht vor Hustern! 1979 erkrankten 72% der Passagiere eines Flugzeugs innerhalb von 72 Stunden an einem Influenzavirus H3 N2 (Hongkong-Virus).

Die Impfung gegen Grippe hilft nur gegen das letzte epidemisch aufgetretene Virus.
1986 erkrankten 60 von 222 Soldaten (37%) an H1 N1 (Taiwan-Virus), die in Puerto Rico eingesetzt waren. Die Rate der Erkrankungen war bei geimpften und ungeimpften Soldaten gleich. Ein Impfstoff gegen ein neues Virus ist auf die Schnelle nicht herzustellen.

Es gibt Medikamente, die gegen die Grippeviren eingesetzt werden können. Frühe Anwendung hilft. Es gibt aber auch Resistenzen gegen die Medikamente. Eine vorsorgliche Einnahme während einer Epidemie ist besonders bei Risikopersonen empfohlen.

Zu Medikamenten siehe medical-ideas-unlimited Info: Grippe


Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems, wie sie von verschiedenen Seiten empfohlen wird, gibt es nicht. Die einzig wirksame Stärkung des Immunsystems ist die Auseinandersetzung mit dem Virus bzw. dem Antigen, da dann spezifische Antikörper gebildet werden. Das geschieht mit der Impfung, wenn ein spezifischer Impfstoff existiert.