Asthma durch kalte Luft, Cold-air-Athleten, Wintersportler mit dem Inhalator
Es ist ein bekanntes Bild im Leistungssport. Sie haben es bestimmt schon einmal gesehen. Die Sportler greifen nach dem Wettkampf zum Inhalator. Man könnte meinen, das sei eine besondere Art von Doping. Grund ist jedenfalls meistens nicht ein angeborenes Asthma sondern eine Verengung der Bronchen als Folge der sportlichen Anstrengungen. Schon lange kennt man Asthma, das durch starke Anstrengungen (Anstrengungsasthma, exercise induced asthma) oder durch Kaltluft hervorgerufen wird. Betroffen sind Läufer Schwimmer, Wintersportathleten ("Cold-Air-Athletes"), wie Biathleten, Skilangläufer, Eisschnellläufer. Man konnte durch Untersuchungen feststellen, dass Überempfindlichkeiten (Hyperreagibilitäten) der Bronchen bei betroffenen Sportlern bestehen, die dann bei starken Anstrengungen und insbesondere bei kalter Außenluft zu einer Verengung der Bronchen mit Luftnot führen.
Die sportlichen Aktivitäten sind verbunden mit einem Austausch von großen Luftvolumina, die insbesondere bei kalter Luft entzündliche Veränderungen der die Atemwege auskleidenden Zellen führen. Messungen haben ergeben, dass bei Schwimmern und "Cold-Air-Athletes" deutlich mehr Bronchialzellen im untersuchten Atemsekret als bei Gesunden und Asthmapatienten auftreten. Sogenannte eosinophile Leukozyten (weiße Blutkörperchen) treten vermehrt allergischen Asthmatikern und bei Schwimmern auf und sind korreliert zu dem Ausmaß der Übererregbarkeit der Bronchen. Der Unterschied zwischen den "Cold-Air-Athletes" und den Schwimmern ist vielleicht durch die zusätzliche Belastung durch Chlor im Schwimmbecken erklärbar.
Wer unabhängig vom Leistungssport viel und schnell läuft oder Skilangläufer ist, sollte bei Husten, Luftnot oder ähnlichen Symptomen eine lungenfachärztliche Untersuchung und Beratung durchführen lassen, auch wenn er kein allergisches Asthma hat.
Baugault et al, Eur Respir J 2009, Erkrankungen der Lunge, Konietzko,Wendel,Wiesner de Gruyter Verlag 1995
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