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Ljungan Virus: Sind Wühlmäuse schuld an Wasserkopf? |
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Das Ljungan Virus kann offensichtlich schwere Schäden des Kindes im Mutterleib verursachen.
Das Ljungan Virus gehört zu den Picorna Viren und wird in Wühlmäusen gefunden. In Tierversuchen an Labormäusen verursachte das Ljungan Virus schwere Fehlbildungen des zentralen Nervensystems. Verursacht werden die Fehlbildungen der Embryonen durch die virale Gehirnentzündung mit der Folge von Hydrozephalus oder Anenzephalie.
Untersuchungen von menschlichen Fehlgeburten mit Schädigungen des zentralen Nervensystems schon im Mutterleib ergaben eine erstaunlich hohe Zahl von Antikörpern gegen das Ljungan Virus. Der Nachweis mittels PCR (ein hochsensibler Virusnachweis) oder Immunhisto-chemie (immunologischer Virusnachweis im Gewebe) lässt im Vergleich von vorgeburtlichen Gehirnschäden durch familiär bedingte Chromosenstörung den Schluss zu, dass die krankhaften Veränderungen in einem hohen Prozentsatz durch das Ljungan Virus verursacht sind. Die menschlichen Fälle zeigen ein ähnliches Bild wie die infizierten Labormäuse. (Birth Defects Res A Clin Mol Teratol , 29.Januar 2009) Bisher hat man infizierte Wühlmäuse in Schweden, USA und Dänemark gefunden. Es handelt sich also um eine Tierseuche (Zoonose) durch das Ljungan Virus. Das Ljungan Virus ist ein RNS Virus, das zuerst im Ljungan Tal in Schweden entdeckt worden ist. Wahrscheinlich werden die Ljungan Viren von Wühlmäusen auf den Menschen übertragen. Die Wühlmäuse bilden das Virusreservoir. Die Übertragung auf den Menschen könnte direkt erfolgen. Denkbar ist auch, dass Tiere (auch Haustiere wie Katzen) nach Kontakt mit Wühlmäusen kontaminiert oder infiziert werden und dann das Virus an den Menschen weitergeben. Weitere Beobachtungen und epidemiologische Untersuchungen sind abzuwarten. Vorläufig sollte man aber bedenken, dass Wühlmäuse in ganz Europa leben und Vorsicht walten lassen, bis mehr Wissen hinsichtlich der Infektionswege besteht. Schwangere sollten daher keinen Kontakt mit Wühlmäusen oder Wühlmäuse jagenden Haustieren haben.
Weitere Stichworte dazu: Fehlgeburt, intrauteriner Fruchttod, Hydrozephalus, Anenzephalie durch tierische Virusinfektion
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