Keuchhusten (Pertussis) auf dem Vormarsch.
Keuchhusten ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem bei Säuglingen sehr schwer verlaufen kann mit einer Sterblichkeit von 1-2 %. Die Infektion kann jedoch alle Altersstufen betreffen und in jedem Lebensalter tödlich enden. Grund für die Zunahme von Keuchhusten ist die abnehmende Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Der Name Keuchhusten (Englisch whooping cough) kommt von dem krampfhaften Husten, dem nach 10-15 Hustenstößen eine tiefe wegen des zähen Schleims gedehnte Einatmung folgt, dem Keuchen.
Der Keim Bordetella pertussis
wird beim Aushusten durch die Luft übertragen (sogenannte Tröpfcheninfektion). Die Krankheit dauert mehrere Wochen, die quälenden Symptome können sogar über Monate anhalten. Man unterscheidet nach Ablauf der Inkubationszeit (Zeit zwischen der Übertragung und dem Auftreten der Beschwerden) von einer bis zu drei Wochen drei aufeinanderfolgende Krankheitsstadien: Das katarrhalische (entzündliche) Stadium (Stadium katarrhale) beginnt mit Schnupfen, Niesen, stakkato-artigem Husten zunächst nachts dann auch am Tage, der sich allmählich verschlimmert. Das konvulsive (krampfartige) Stadium erscheint nach ca. zwei Wochen. Der quälende abgehackte Husten nimmt zu, wobei reichlich zähflüssiger Schleim produziert wird. Durch den starken Husten kommt es leicht zum Erbrechen. Im Erholungsstadium nach etwa einem Monat lässt der Husten nach. Die Hustenanfälle können aber noch nach Monaten in typischer Weise sporadisch auftreten. Der zähe Schleim, der in den Bronchien (Luftröhrensystem) erzeugt wird, kann einzelne Luftröhren verschließen. Der hohe Druck, der beim angestrengten Husten entsteht, kann zu Dauerschäden der Lunge führen. Gefürchtet sind akute Verschlimmerungen und Folgen des Keuchhustens, z. B. akute Lebensgefahr durch Hirnblutungen, oder Pneumothorax (Platzen der Lunge). Üblicherweise wird Keuchhusten als banale Kinderkrankheit angesehen. Tatsächlich aber bedeutet die Krankheit ohne spezifische und symptomatische Behandlung eine ausgeprägte Leidenszeit und die Gefahr schwerer Komplikationen. Bei ungeimpften Säuglingen ist die stationäre Behandlung und Überwachung in der Klinik zu empfehlen. Erwachsene leiden vor allem an der langen Dauer des krampfartigen Hustens. Auch bei ihnen sind schwere Komplikationen möglich. Entscheidend ist, dass die Diagnose rasch gestellt und eine gezielte Behandlung eingeleitet wird. Beim Auftreten einer Epidemie wird der Keuchhusten schneller erkannt. Bei Einzelfällen insbesondere bei Erwachsenen wird die Diagnose unter Umständen erst nach mehreren Wochen in Erwägung gezogen, obwohl die Keuchhustenanfälle ja typisch sind. Antibiotika und zusätzliche symptomatische Behandlungsmaßnahmen sind erforderlich, um die Leiden zu lindern. Der optimale Schutz gegen Keuchhusten ist die Impfung. Sie gewährleistet eine gezielte Stärkung des Immunsystems. Die modernen Impfstoffe haben nur geringe Nebenwirkungen und können viel Leiden verhindern. Bei einer hohen Durchimpfungsrate ist die Gefahr von Epidemien minimiert.
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