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Nicht jeder Gehirntumor ist bösartig

Halbseitige Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörung, plötzliche Störung der Koordination können Anzeichen einer Erkrankung des Gehirns sein.

Solche Beschwerden sind oft nur vorübergehend und dann nicht auf eine Gehirnerkrankung zurückzuführen. Sie können aber die ersten Zeichen einer Erkrankung des Gehirns sein.

Welche Ursachen kommen in Betracht und was ist zu tun?

Ist ein Unfall, Sturz vorausgegangen mit Kopfverletzung, muss eine Gehirnblutung ausgeschlossen werden. Eine Blutung muss sofort neurochirurgisch versorgt werden. Eine sogenannte subdurale Gehirnblutung kann unter Umständen erst nach Wochen nach dem Unfall Symptome machen. Das kommt daher, dass in diesem Fall die Blutung unter dem Druck der harten Gehirnhaut nur langsam zunimmt. Der Zusammenhang mit dem Sturz wird mit den Beschwerden oft nicht in Zusammenhang gestellt, da das Ganze schon Wochen zurückliegt. Es besteht die Gefahr einer weiteren zeitlichen Verschleppung.

Lässt sich aufgrund einer Röntgenuntersuchung oder Kernspintopographie eine Geschwulst feststellen, kann es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handeln. In Frage kommen bei den gutartigen Tumoren auch Parasiten oder andere Infektionen.

Gutartige Gehirntumore durch Infektion:

Geschwulstartige Gehirnveränderungen können durch Bakterien, Pilze, Einzeller (Protozoen) oder Würmer verursacht werden. Infektiöse Gehirnerkrankungen mit Geschwulstbildung kommen bei uns selten vor. In tropischen und subtropischen Regionen sind sie häufiger, können aber von dort mitgebracht werden. Kranke mit stark geschwächter Immunabwehr (z. B. mit AIDS) erkranken ebenfalls häufiger an infektiösen Gehirngeschwülsten.

Einige Beispiele:

  • Bakterien: sogenannte Tuberkulome des Gehirns kann es bei Tuberkulose geben. Betroffen sind vor allem Kinder in tropischen Ländern, aber auch Personen, die immungeschwächt sind. Dazu gehören u.a. Alkoholiker, die auf der Straße leben.
  • Pilze: Gehirngeschwülste durch Cladosporiose, eine seltene Pilzart
  • Protozoen: tumorartige Gehirnveränderungen durch Toxoplasmose, eine häufige, vorwiegend durch rohes Fleisch übertragene Erkrankung. Gefährdet sind vor allem ungeborene Kinder. Schwangere sollten daher Genuß von rohem Fleisch meiden.
  • Würmer: die Larven vom Schweinebandwurm können cystenartige Tumoren im Gehirn verursachen (Cysticerkose). Übertragung durch den Genuss von rohem Schweinefleisch.

 


Bei unklaren Symptomen, die auf eine Gehirnschädigung hindeuten und bei denen durch bildgebende Verfahren (Röntgen, Kernspintomographie) Verdacht auf Gehirntumor besteht, soll immer auch an gutartige Geschwülste durch Infektionserreger gedacht werden.