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Quelle: pixelio.de
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Was ist eine Gürtelrose (weitere Bezeichnungen: Zoster, Herpes zoster)?


Die sogenannte Gürtelrose ist eine Viruskrankheit, die Haut und Nerven befällt. Die Viren wandern von Nervengeflechten der Wirbelsäule ausgehend den Nerven entlang bis zu den Nervenenden in der vorderen Mittellinie von Kopf und Körper. So erklärt sich die gürtelförmige Anordnung. Es besteht ein Zusammenhang mit Windpocken.


Nach einer Windpockenerkrankung gibt es eine lebenslange Immunität. Die Windpocken- Viren (Varizellen) verbleiben aber im Körper in den Ansammlungen der Spinalnerven (Rückenmarknerven) und werden vom intakten Immunsystem an Vermehrung und Wanderung gehindert. Funktioniert aber das Immunsystem nicht (durch andere Krankheiten bedingt oder durch Medikamente, die zur Unterdrückung der Immunabwehr z. B. nach Transplantation eines Organs notwendig sind, um dessen Abstoßung zu verhindern), können die Varizellen aktiver werden. Sie wandern dann entlang dem Verlauf der Rückenmarksnerven vom Rückenmark bis zur vorderen Mittellinie des Körpers. Außerdem wandern sie in die benachbarte Haut und bilden dort Herpesbläschen, die wie Windpocken aussehen und von geröteter (entzündeter) Haut umgeben sind. Dieser Ausschlag geht mit teilweise starken Nervenschmerzen einher. Es kann ein Nerv beteiligt sein. Meistens sind jedoch zwei oder drei befallen. Der Ausschlag verläuft band- oder gürtelförmig entlang der Nerven und tritt meist nur auf einer Körperseite auf. Rose, da gerötete Haut, Gürtelrose wegen des segmentalen Auftretens. Daher auch der Name Zoster (griechisch = Gürtel) bezw. Herpes zoster, weil der Ausschlag einem Herpes ähnelt (von griechisch herpein = kriechen). Das Virus wird Varicella-Zoster-Virus genannt, weil es die Windpocken (Varizellen) und später die Gürtelrose verursachen kann.

Krankheitsbild, Behandlung

Je nach Schwächung des Immunsystems entwickelt sich die Schwere der Erkrankung. Betroffen sind ältere Menschen meist über 60 Jahre, solche mit bestimmten Blutkrankheiten und bei langdauernder Therapie mit immununterdrückenden Medikamenten (Cortisonpräparate, Cytostatika, Immunsuppressiva). Die Gürtelrose verläuft über mehrere Wochen und heilt von alleine ab. Eine Behandlung mit virushemmenden Mitteln ist erforderlich, wenn die Gürtelrose ohrnah oder am Auge auftritt, weil es sonst zu Gehör- oder Sehschaden kommen kann. Aber auch bei starken Nervenschmerzen und bei ausgeprägter Immunschwäche ist die Behandlung mit Virostatika (virusabtötenden Mittel) empfehlenswert.

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Solche und ähnliche "Geheimtipps" haben nach heutigen wissenschaftlichen Kenntnissen keine Berechtigung. Die sogenannten Heilungen durch mystische und absurde Behandlungen können dadurch erklärt werden, dass zu irgendeinem Zeitpunkt nach mehreren Wochen die Erkrankung mit und auch ohne Maßnahmen spontan abheilt.

Vorsorge

Für Kleinkinder gibt es eine Impfung gegen Windpocken. Jemand, der keine Windpocken durchgemacht hat, ist empfänglich. Auch für diese Menschen ist die Impfung zu empfehlen. Im akuten Fall eines Kontaktes mit Windpocken oder einer Gürtelrose ist die vorsorgliche Einnahme von virostatischen Medikamenten möglich. Sollte eine Schwangere einem Infektionsrisko ausgesetzt sein, ist die Behandlung mit Zosterimmunglobulin zu empfehlen, da bei einer Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus eine Schädigung des ungeborenen Kindes möglich ist.

Zosterimmunglobulin ist ein Immunglobulin aus menschlichem Plasma und bewirkt eine spezifische Abwehr, wenn es innerhalb von ca. 72 Stunden nach Kontakt gespritzt wird.