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Quelle: pixelio.de
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Was ist eigentlich Gelbsucht?

Viele Krankheitszustände werden als Gelbsucht bezeichnet. Man unterscheidet die infektiöse Gelbsucht von anderen Formen der Gelbsucht, die nichts mit Infektion zu tun haben. Der Begriff beschreibt zunächst einmal, dass jemand eine gelbe Hautfärbung hat oder sich die Augäpfel gelb gefärbt haben. Ursache ist ein höherer Wert von Bilirubin (gelber Farbstoff) im Blut. Bilirubin ist erhöht, wenn es vermehrt anfällt oder nicht ausreichend aus der Leber entfernt wird. Bei stärkerem Zerfall von roten Blutkörperchen entsteht mehr Bilirubin als aus der Leber abtransportiert wird. Bei Krankheiten der Leber oder des Gallensystems kann der Gelbfarbstoff nicht rasch genug ausgeschieden werden. Es führen also verschiedene Krankheiten zu Gelbsucht. Dazu gehören auch die infektiöse Hepatitis und das in Afrika und Südamerika durch Insekten übertragene Gelbfieber. Gegen infektiöse Hepatitis und gegen Gelbfieber gibt es wirksame Impfungen.

Wie erkennt man, welche Form von Gelbsucht vorliegt?
Wie schützt man sich gegen infektiöse Gelbsucht?
Wie schützt man sich gegen Gelbfieber?

Gelbsucht durch Abbau von roten Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen leben etwa 120 Tage und zerfallen danach. Die absterbenden roten Blutzellen werden ständig durch neue (junge) ersetzt, die konstant aus dem Knochenmark (Blutbildungsstätte) ins Blut nachgeliefert werden. Aus dem roten Blutfarbstoff (Häm) entsteht (der gelbe Farbstoff) Bilirubin. Gehen bei Blutkrankheiten zu viele rote Zellen zugrunde (Blutauflösung = Hämolyse), kann die Leber das Bilirubin nicht rasch genug verarbeiten. Es entsteht eine Gelbsucht. Haut und Schleimhäute werden gelb. Zuerst fallen die gelben Augäpfel auf. Der Erkrankte bemerkt das selbst oft sehr spät, da weder Schmerzen noch sonstige Symptome auftreten. Ärztliche Untersuchung ist dringend notwendig, da eine Hämolyse lebensbedrohlich sein kann. Die Blutauflösung kann übrigens auch Nebenwirkung von Medikamenten sein. Bei Gelbsucht durch Auflösung von roten Blutkörperchen wird der Urin nicht dunkelgelb oder bierbraun wie das bei Leberkrankheiten der Fall ist. Bei Störungen der Funktion von Leber und Blockade von Gallenwegen (z.B. durch Gallensteine oder Gewebswucherungen) kann das Bilirubin nicht ausreichend oder gar nicht über die Gallenwege in den Darm und muß über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Da im Darm das von der Leber verarbeitete Bilirubin dann fehlt, entfärbt sich der Stuhl, wird blassgrau oder fast weiß.

Gelbsucht durch Vergiftung oder Alkoholmissbrauch

Störungen der Leberfunktion können durch Vergiftung oder ständige Schädigung (Alkohol, Giftstoffe) entstehen oder durch angeborene Krankheiten (selten), aber auch durch Medikamentennebenwirkung.

Gelbsucht bei infektiöser Hepatitis (Leberentzündung durch Viren)

Man unterscheidet infektiöse Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis E. Sie entstehen durch Verschlucken von Hepatitis-Viren über die Nahrung, durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen, über Ausscheidungen (Stuhl) oder bei Blutkontakt (Wunden, infizierte Spritzen, verseuchte Blutkonserven).

Gelbsucht bei Viruskrankheiten z.B. Gelbfieber, Lassa-Fieber etc.

Wie bei den sogenannten infektiösen Hepatitis-Formen gibt es auch Leberschädigung mit Gelbsucht bei Tropenkrankheiten z.B. beim Gelbfieber, beim Lassa-Fieber und anderen Infektionen.

Gelbsucht bei Gallensteinen

Gallensteine können in der Gallenblase entstehen und durch Verstopfen der Gallenwege den Abfluß der Galle in den Darm stören. Bei komplettem Verschluß treten starke Schmerzen in wellenförmigen Zeitabständen auf (Gallenkolik). Geht der Stein nicht spontan ab oder wird nicht rasch entfernt, gibt es eine Gelbsucht. Auch bestimmte Parasiten (Leberegel) oder Tumoren (gut- oder bösartige Gewächse) benachbarter Organe (Bauchspeicheldrüse) können die Gallenwege blockieren und Gelbsucht verursachen.

 

Unterscheidung der verschiedenen Ursachen einer Gelbsucht


Gelbsucht - Keine Symptome, Urin hell. Stuhl normal gefärbt: spricht für vermehrte Auflösung von roten Blutkörperchen.
Empfohlenes Vorgehen: fachärztliche Untersuchung und Behandlung in FACHPRAXIS ODER KLINIK FÜR HÄMATOLOGIE.

Gelbsucht - Stuhl entfärbt, Urin dunkelgelb bis bierbraun, Schlappheit, Ekel vor Fett, Speisen, Fieber
Dieses spricht für eine infektiöse Hepatitis.

Gelbsucht - Stuhl nicht braun gefärbt, Urin dunkelgelb bis bierbraun, Zunahme des Bauchumfangs, Bluterbrechen, Auftreten von sternförmigen Gefäßerweiterungen auf der Haut, vorheriger jahrelanger Alkoholmissbrauch:
Dieses spricht für chronische Leberschädigung (Schrumpfleber = Leberzirrhose).

Gelbsucht - kolikartige Schmerzen nach fetten Speisen, Eiergerichten etc.:
Dieses spricht für Gallensteine.

Gelbsucht, keine Symptome, eventuell Gewichtsabnahme:
Dieses spricht u. a. für mögliche Tumore.

Was tun bei Gelbsucht? Bei jeder Form von Gelbsucht muß der Kranke unverzüglich in ärztliche Behandlung!