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Gefahr von Seuchen - Folgen der Globalisierung

Die Gefahr der Erkrankung durch exotische Infektionen steigt auch in Europa und damit auch in Deutschland.

Die Globalisierung erfordert eine starke Zunahme weltweiter Reisen und weltweiten Warenverkehrs. Die Flugzeuge können immer weitere Strecken nonstop fliegen. Innerhalb von 24 Stunden geht es um die halbe Welt.
Lebende Tiere, Fleisch und Meerestiere, frisches Obst und Gemüse
kommen unabhängig von der Saison zu uns. Infektionserreger reisen mit. Epidemien können sich in kurzer Zeit ausbreiten. Mitteleuropa bleibt nicht von seltenen und exotischen Infektionskrankheiten verschont. Es genügt nicht mehr, sich für Auslandsreise vorzubereiten, die Krankheiten kommen zu uns. Klimaveränderung und Erderwärmung tragen zur Einschleppung von Infektionen bei.

Medical-ideas-unlimited informiert Sie in unregelmäßiger Reihenfolge über gefährliche Krankheiten, die zukünftig eingeschleppt werden können.

Wie groß ist in Deutschland und Europa die Gefahr der Erkrankung durch exotische Infektionen?
Wer ist besonders gefährdet?
Welche Vorsorge ist zu empfehlen?


Cholera


Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Gemüse Obst können mit Bakterien, Pilzen, Viren oder Parasiten verseucht sein. Die globale Verfügbarkeit von Lebensmitteln und der damit verbundene globale Transport führen zu weltweiten Importen von Infektionskrankheiten von Land zu Land und Kontinent zu Kontinent. Die Gefahr von Pandemien ist seit dem Mittelalter eine Folge des internationalen Handels und Verkehrs. Im Zeitalter der Schiffe und Ochsenkarren erfolgte die Ausbreitung relativ langsam. Im Zeitalter der schnellen Autos und Flugzeuge ist die Vorwarnzeit extrem kurz geworden.

Geschichte der Cholera

Seit 1817 ist die asiatische Cholera bekannt und hat sich mehrfach epidemisch in Asien ausgebreitet. 1831 kam die asiatische Cholera erstmals mit dem Handel aus Indien nach Mitteleuropa. Ausgangspunkt war bis 1961 immer das Ganges-Delta. Die achte Cholera-Pandemie hat sich seit 1961 von Asien über Europa und Afrika ausgebreitet. Ein Jahrhundert lang gab es in Südamerika keine Cholera mehr. 1991 ist sie plötzlich dort wieder aufgetaucht und breitete sich über ganz Südamerika in wenigen Monaten aus. Wasser, frischer Fisch, Krabben, Muscheln, Austern und andere Nahrungsmittel waren verseucht. Auf welchem Weg die Cholera nach Südamerika kam ist unbekannt.

Krankheitsbild der Cholera

Verursacht wird die Cholera durch ein Bakterium (Vibrio cholerae). Der sogenannte Biotyp (Stamm) der letzten Epidemie ist El Tor (genannt nach der Quarantänestation El Tor auf der Sinai-Halbinsel). Er wurde schon 1905 isoliert und galt damals als harmlos. Jetzt kann er schwer krankmachen. Man nimmt an, dass der El Tor – Stamm im Vergleich zu anderen Cholerastämmen von Erkrankten länger aus dem Darm ausgeschieden wird und außerhalb des Körpers (im Wasser, in Lebensmitteln) länger überlebt, was die Ausbreitung von großen Ausbrüchen fördert. Infektionserreger ändern sich oft im Laufe der Zeit, was sie umso gefährlicher macht.
Je nach Menge der mit Wasser oder Nahrung aufgenommen Bakterien erkranken die Menschen an leichtem Durchfall, schwerem Durchfall oder an Durchfall mit dramatischem Verlust von mehreren Litern Flüssigkeit (Wasser und lebenswichtige Elektrolyte wie Kochsalz, Kalium usw.). Die schwerste Form kann in wenigen Tagen tödlich verlaufen, wenn nicht behandelt wird.

Lebensrettend ist der Ersatz der verlorenen Flüssigkeit und der Elektrolyte. Am einfachsten ist abgekochtes Wasser mit Salz, Zucker und Kalium und die Einnahme von Antibiotika.

Vorsorge

In Europa ist die Wasserversorgung hygienisch in der Regel einwandfrei. Wo das nicht der Fall ist, muß bei einer Epidemie das Wasser abgekocht werden. Aus Epidemiegebieten importiertes frisches Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte sind möglicherweise infektiös und müssen entweder gekocht werden (Bakterien werden abgetötet) oder mit Desinfektionsmitteln gewaschen werden (nicht sehr sicher). Importierte rohe Meeresfrüchte und roher Fisch sind zu meiden. Die Choleraimpfung ist nicht befriedigend und nur kurzdauernd wirksam.