Gefahr von Seuchen - Folgen der Globalisierung
Viren sind Ursache vieler Durchfallserkrankungen. In jüngster Zeit sind epidemische Ausbrüche durch die sogenannten Noroviren aufgetreten. Mehrfach mussten Passagierdampfer alle Mitreisenden an Land bringen. In kurzer Zeit war ein Großteil der Passagiere an schweren Durchfällen und Kreislaufzusammenbrüchen erkrankt. In den letzten Jahren sind Massenerkrankungen durch Noroviren auch in Deutschland beobachtet worden. Im Januar 2007 wurde von den Gesundheitsbehörden eine Zahl von etwa 1 Million genannt. Für Kleinkinder und ältere Menschen kann die Erkrankung gefährlich sein. Sonst gesunde Menschen erkranken kurz, aber heftig.
Wie kommt es zu den epidemischen Ausbrüchen? - Wie kann man sich schützen? - Welche Behandlung gibt es? Infektiöse Durchfallserkrankungen treten weltweit permanent auf. Meist sind sie durch bestimmte Bakterien verursacht: z. B. Ruhrbakterien, Salmonellen, oder durch Parasiten. Immer häufiger werden aber Viren als Auslöser gefunden. Das kann daran liegen, dass es seit einigen Jahren erst möglich ist, die Diagnose von Viren aus dem Untersuchungsmaterial durch neue Methoden schnell festzustellen. Es kann aber auch daran liegen, dass zunehmender weltweiter Reiseverkehr und zunehmender globaler Warenaustausch die Ausbreitung von Infektionserregern beschleunigen. Das jetzt so genannte Norovirus wurde zum ersten Mal 1968 bei einem Ausbruch von Gastroenteritis ("Magen-Darm-Entzündung") in Norwalk / Ohio USA entdeckt und hieß zunächst Norwalk-Virus. Erst seit einigen Jahren wurde es in Norovirus umbenannt. Seither sind mehrere andere Viren als Auslöser für infektiöse Gastroenteritis entdeckt worden. Die Noroviren verursachen mindestens die Hälfte aller viralen Durchfälle.
Übertragung und Krankheitsbild
Das Norovirus findet man im Wasser und Nahrungsmitteln insbesondere auch in rohen Meeresfrüchten. Der Mensch infiziert sich durch Kontakt mit anderen (erkrankten) Menschen durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Anhusten), durch infizierte Nahrungsmittel (aus Großküchen), durch rohe Meeresfrüchte oder durch Schmierinfektion (Kontakt mit Ausscheidungen). Es kommt dann innerhalb von 1-2 Tagen zu einem nur wenige Tage dauernden Brechdurchfall, z. T. mit starken Bauchkrämpfen und ausgeprägter körperlicher Schwäche. Für abwehrgeschwächte Personen, alte Menschen und Kleinkinder besteht Lebensgefahr. Das Virus wird in großen Mengen mit den Durchfällen ausgeschieden. Die hohe Infektionsgefahr entsteht vor allem dadurch, dass eine geringe Menge von 100 Viren genügt, um sich zu infizieren.
Behandlung
Bei den Durchfällen verliert der Kranke große Mengen von Flüssigkeit und Elektrolyten (Salz, Kalium, etc.). Dadurch kann es zu einem Kreislaufversagen kommen. Die Behandlung muss sofort einsetzen mit der Gabe von Flüssigkeit, die mit Salz und Zucker angereichert wird. In der Apotheke gibt es bereits angereichertes Pulver, das in Wasser oder Tee aufgelöst werden kann. Bettruhe. Schwerkranke, abwehrgeschwächte Personen, alte Menschen, Kleinkinder bedürfen ärztlicher Hilfe und Behandlung ohne Zeitverzug. Wichtig: es gibt kein antivirales Medikament, das die Infektion prophylaktisch verhindern könnte.
Wie schütze ich mich?
Kein enger Kontakt mit erkrankten Menschen. Vermeiden von Menschenansammlungen bei bereits bestehenden Epidemien. In Pflegeheimen und Krankenhäusern: bei Durchfallserkrankungen muss sofort eine Untersuchung auf den Erreger erfolgen. Erkrankte müssen abgesondert werden. Strengste Hygiene ist dringend erforderlich. Händedesinfektion nach Benutzung von Gemeinschaftstoiletten. Auf Kreuzfahrtsschiffen, in Kantinen und in Restaurants ist die Gefahr von Ausbrüchen größer. Strengste Einhaltung der Hygieneregeln ist Pflicht.
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